Russland

Ukrainischer Sportverband klagt gegen prorussische IOC-Entscheidung

Die Ukraine wird laut Ankündigung des ukrainischen Sportministers Bedny vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS gegen den IOC-Beschluss klagen, die bisherige Sperre des Russischen Olympischen Komitees (ROC) vorläufig aufzuheben.
Ukrainischer Sportverband klagt gegen prorussische IOC-Entscheidung© Urheberechtlich geschützt

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hält trotz des umgehenden Widerstands von neun EU-Staaten an der vorläufigen Aufhebung der Sanktionen gegen russische Sportler fest. Nun kündigt der ukrainische Sportminister Matwei Bedny in einem LinkedIn-Beitrag an, dass die Staatsführung in Kiew die Entscheidung des IOC, die Rechte des Russischen Olympischen Komitees (ROC) wiederherzustellen, juristisch anfechten will.

Die Sportminister von neun EU-Staaten, darunter Polen, Finnland und Dänemark, richteten Mitte Juli 2026 ein gemeinsames Schreiben an den EU-Kommissar für Jugend, Kultur und Sport, Glenn Micallef, in dem sie unter anderem gegen die IOC-Ankündigung protestierten, russische und weißrussische Athleten beziehungsweise Verbände wieder zu internationalen Veranstaltungen zuzulassen (RT DE berichtete).

Die ARD-Sportschau-Redaktion erklärt zu der Ankündigung aus Kiew, dass sich nun auch die Ukraine "mit der schleichenden Rückkehr Russlands in den Weltsport nicht abfinden will". Sportminister Bedny informierte dazu am Mittwoch auf dem Netzwerk LinkedIn, stellvertretend für das Nationale Olympische Komitee der Ukraine "in Abstimmung mit dem Ministerium für Jugend und Sport der Ukraine":

"Wir halten die Entscheidung des IOC, das Russische Olympische Komitee vorläufig wieder aufzunehmen, für verfrüht. Sie wurde getroffen, ohne ordnungsgemäß zu prüfen, ob Russland den Verstoß, der 2023 zur Suspendierung seines Olympischen Komitees geführt hatte, tatsächlich behoben hat."

Bedny behauptet in dem längeren Beitrag weiter, dass das Russische Olympische Komitee (ROC) aus Sicht Kiews "Sportorganisationen aus den vorübergehend besetzten Gebieten der Ukraine in seine Struktur eingegliedert" habe und damit "direkt in die territoriale Zuständigkeit des Nationalen Olympischen Komitees der Ukraine eingegriffen" habe.

Demgegenüber hieß es in einer IOC-Pressemitteilung vom Juli, dass die seit dem 12. Oktober 2023 geltende Suspendierung des Russischen Olympischen Komitees (ROC) vorläufig aufgehoben werde, da das ROC keine regionalen Sportorganisationen mehr in seinen Reihen führe, die "in Gebieten ansässig sind, die unter die Zuständigkeit des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) der Ukraine fallen", so die Erklärung.

Das SPD-nahe RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) erklärt dazu unter Berufung auf Bedny, das ROC habe "die Struktur seines Olympia-Komitees zwar verändert, die Ansprüche auf ukrainisches Territorium aber nicht aufgegeben". Das ROC hatte wiederum gegenüber dem IOC bestätigt, dass es in den entsprechenden Gebieten – Donezk, Cherson, Lugansk und Saporoschje – keine entsprechenden Aktivitäten durchführe und auch künftig keine durchführen werde.

In Bezug auf Weißrussland hatte das IOC bereits im Mai entschieden, dass es keine Einschränkungen bezüglich weißrussischer Athleten mehr empfiehlt.

Im Mai 2026 entschied das IOC demgegenüber noch, dass Russland in diesem Jahr nicht am olympischen Eishockeyturnier teilnehmen darf.

Mehr zum Thema ‒ IOC hat entschieden: Russland darf 2026 nicht am olympischen Eishockeyturnier teilnehmen.

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.