
Möbeln aus dem Ausland droht in Russland eine Schutzzollabgabe

Laut der Zeitung Iswestija, die sich auf ein entsprechendes Regierungsdokument beruft, wird in Russland die Einführung von Schutzzöllen auf Möbelimporte aus nicht befreundeten Ländern diskutiert. Grund dafür ist ein Rückgang der heimischen Produktion dieser Waren um 6,9 Prozent im Jahr 2025 und die Gefahr einer weiteren Verschlechterung der Entwicklung im Jahr 2026. Nach Schätzungen des Ministeriums für Industrie und Handel könnte die Produktion im Jahr 2026 um anderthalb bis zwei Prozent steigen, sofern Fördermaßnahmen umgesetzt werden. Der Ökonom Dmitri Prokofjew merkt im Gespräch mit Iswestija an, dass Möbel aus nicht befreundeten Staaten derzeit über die Länder der GUS nach Russland gelangen und praktisch nicht besteuert werden. Er erklärt:
"Derzeit sind Möbel nicht in der Liste der Waren für den Parallelimport aufgeführt. Daher können sie als Produkte aus befreundeten Staaten ohne zusätzliche Zölle in die Russische Föderation eingeführt werden. Der Föderale Zolldienst bekämpft dies, indem er diese Zölle (bis zu 35 bis 50 Prozent) rückwirkend nacherhebt. Im Grunde handelt es sich um eine Grauzone, die man schließen möchte."

Nach Schätzungen von Branchenvertretern könnten in den letzten vier Jahren durch Lieferungen ausländischer Möbel nach Russland im Rahmen solcher Mechanismen etwa 120 bis 130 Milliarden Rubel in die Wirtschaft der GUS-Staaten geflossen sein.
Die Höhe des möglichen Schutzzolls ist noch nicht festgelegt. Nach Einschätzung des Experten könnte er jedoch mit den zuvor für andere Waren geltenden Sätzen vergleichbar sein und etwa 35 bis 50 Prozent betragen.
Der Einfuhrzoll auf importierte Möbel liegt derzeit zwischen neun und elf Prozent – je nach Warengruppe. Dies ist einer der niedrigsten Sätze in den Ländern, in denen diese Waren hergestellt werden, betont Alexander Schestakow, Präsident des Verbandes der Unternehmen der Möbel- und Holzverarbeitungsindustrie Russlands. Seinen Angaben zufolge bewertet der Verband die neue Maßnahme der Regierung positiv.
Dmitri Tortjow, Mitglied des Expertenrats des Ausschusses für Wettbewerbsschutz der Staatsduma, erklärt jedoch, dass die Wirksamkeit der in der Regierung diskutierten Maßnahme weniger von dem gewählten Instrument zum Marktschutz oder der Höhe der Zölle abhänge, sondern vielmehr von der Fähigkeit russischer Fabriken, die Produktion von qualitativ hochwertigen, vom Verbraucher nachgefragten Produkten zu steigern.
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