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Mao-Witz kostet Mbappé Millionen: Chinesische Sponsoren ziehen die Reißleine

Mao-Witz mit Folgen: Schweizer Sportmarke On muss um ihr China-Geschäft bangen. Neben On stehen damit weitere internationale Marken wie Hublot, Dior, Oakley und EA Sports im Blickfeld.
Mao-Witz kostet Mbappé Millionen: Chinesische Sponsoren ziehen die Reißleine

Ein unbedachter Scherz, ein Bild von Mao Zedong und Millionenverluste. Kylian Mbappé bekommt zu spüren, wie schnell ein internationaler Werbestar in China in Ungnade fallen kann. Nachdem sich ein Video mit einer Bemerkung des französischen Fußballers über ein Mao-Meme im Internet verbreitet hatte, kündigten mehrere chinesische Unternehmen ihre Werbeverträge. Am 27. Oktober entschuldigte sich der Stürmer von Real Madrid öffentlich.

Im Mittelpunkt steht ein Internet-Meme, das Mbappés Gesicht mit dem Körper des früheren chinesischen Staatschefs Mao Zedong kombiniert. In einem Video des französischen Online-Talkformats The Bridge wurde Mbappé nach seinem Lieblings-Meme gefragt. Seine Antwort und die anschließende Einblendung des Mao-Bildes lösten in chinesischen sozialen Netzwerken heftige Reaktionen aus.

Die wirtschaftlichen Folgen ließen nicht lange auf sich warten. Die Getränkegruppe Dongpeng, der Molkereikonzern Mengniu und der Käsehersteller Shanghai Milkground Food Tech beendeten ihre Zusammenarbeit mit dem Fußballstar. Französische Medien berichteten, dass allein die Verträge mit Dongpeng und Mengniu zusammen rund 50 Millionen Yuan wert gewesen sein sollen, umgerechnet etwa 6,7 Millionen Euro. Wie hoch der tatsächliche finanzielle Schaden für Mbappé ausfällt, ist bislang nicht bekannt.

"Bei einem kürzlich geführten Interview habe ich mich zu einem Bild von mir geäußert. Meine Bemerkung war unüberlegt. Mir ist inzwischen bewusst, dass ich damit viele Menschen in China und chinesische Gemeinschaften auf der ganzen Welt verletzt habe.

Alle, die ich mit meinen Worten vor den Kopf gestoßen habe, möchte ich aufrichtig um Entschuldigung bitten. Es lag mir fern, jemanden zu verletzen. Ich hege großen Respekt vor dem chinesischen Volk und seiner Geschichte und bedaure meine Äußerung zutiefst.

Kylian Mbappé"

Am 27. Oktober räumte Mbappé ein, seine Bemerkung sei unüberlegt gewesen. Er verstehe, dass sie Menschen in China und chinesische Gemeinschaften weltweit verletzt habe, und betonte seinen Respekt für das Land und dessen Geschichte. Ob die Entschuldigung ausreicht, um die verlorenen Partnerschaften zurückzugewinnen, ist offen.

Mao Zedong gilt in China als Gründer der Volksrepublik und nimmt im offiziellen Geschichtsbild bis heute einen zentralen Platz ein. Seine Herrschaft war jedoch auch von politischen Verfolgungen und verheerenden Hungersnöten geprägt. Ein Scherz über Mao berührt damit ein historisch und politisch sensibles Thema und kann heftige Reaktionen auslösen.

Für Mbappé geht es um mehr als verlorene Werbeverträge. China ist ein wichtiger Absatzmarkt für internationale Sportmarken und ein bedeutender Markt für Real Madrid, das dort über eine große Fangemeinde verfügt. Sollten Übertragungen spanischer Ligaspiele mit Mbappé tatsächlich eingeschränkt werden, könnte dies auch wirtschaftliche Folgen für den Fußball und seine Vermarktung haben.

Ein vergleichbarer Konflikt ereignete sich im Jahr 2019 zwischen der NBA und China. Damals löste ein Tweet von Daryl Morey, dem damaligen Manager der Houston Rockets, zur Unterstützung der Protestbewegung in Hongkong einen Streit aus. Chinesische Sender setzten NBA-Übertragungen aus, und die Liga musste um ihre Geschäftsbeziehungen im Land bangen.

Bei Morey ging es um einen politischen Konflikt um Hongkong, bei Mbappé um einen Scherz über Mao Zedong. In beiden Fällen hatten Äußerungen prominenter Persönlichkeiten in China geschäftliche Folgen. Unternehmen reagierten auf den öffentlichen Widerstand mit dem Ende ihrer Werbepartnerschaften.

Erst vor wenigen Wochen hatte die Schweizer Sportmarke On ihre langfristige Partnerschaft mit Kylian Mbappé bekannt gegeben. Der auf zehn Jahre angelegte Vertrag umfasst neben Geldzahlungen auch eine Beteiligung in Aktien des Zürcher Unternehmens. Wie viel On dem französischen Fußballstar insgesamt zahlt, wurde nicht veröffentlicht. Nun gerät die Zusammenarbeit durch Mbappés Mao-Witz und die anschließenden Reaktionen in China in den Fokus.

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