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Salz statt Kokain: Deutscher Tourist in Neapel gelinkt

Neapel gilt als attraktives Touristenziel, traditionell aber auch als Hochburg der Kleinkriminalität gegenüber Touristen. Ein deutscher Urlauber wurde jüngst Opfer einer ungewöhnlichen Form von Betrug: Er glaubte, von einem neapolitanischen Dealer Kokain zu erwerben, erhielt aber stattdessen Speisesalz.
Salz statt Kokain: Deutscher Tourist in Neapel gelinkt

Wie unter anderem die italienische Tageszeitung Corriere della Sera berichtet, hat sich am vergangenen Samstagabend in Neapel ein außergewöhnlicher Betrugsfall ereignet: Ein junger deutscher Tourist hatte demnach versucht, auf der Piazza Bellini Kokain zu kaufen, bekam aber nach der Zahlung von 40 Euro stattdessen eine Tüte mit Speisesalz gereicht.

Der Fall wurde publik, weil die italienische Polizei zur Kriminalitätsbekämpfung in den Ausgehvierteln Neapels derzeit vermehrt Kontrollen durchführt. Die Carabinieri in Zivilkleidung hielten sowohl den neapolitanischen Dealer als auch seinen deutschen Kunden fest und untersuchten das Tütchen.

Die beiden italienischen Ermittler dürften nicht schlecht gestaunt haben, als sie den Inhalt prüften: Der Drogentest ergab, dass es sich keineswegs um das aus den Blättern des südamerikanischen Koka-Strauches gewonnene Rauschmittel handelte, sondern um – gewöhnliches Kochsalz.

Nicht ohne Süffisanz bemerkt der Corriere, dass der hereingelegte junge Deutsche gerade 40 Euro für ein paar Gramm Salz ausgegeben hatte – eine Geldsumme, für die er 50 Kilo Speisesalz hätte kaufen können.

Für den verhinderten deutschen Drogenkonsumenten bedeutete das Glück im Unglück: Denn laut Deutscher Presse-Agentur steht nicht fest, ob er für den gescheiterten Kokain-Kauf juristisch belangt werden kann. Am selben Abend belegten die Carabinieri laut italienischen Medienberichten insgesamt vier Personen in Neapel mit Geldstrafen wegen Drogenvergehen.

Ob der deutsche Tourist seine 40 Euro zurückerhielt oder ob die italienischen Behörden sie vorerst als Beweismittel einbehalten haben, wurde nicht berichtet. Denn auf den 36-jährigen mutmaßlichen Dealer wartet ein Gerichtsverfahren. Die Anzeige erfolgte allerdings nicht wegen Drogenhandels – wie von den Carabinieri bei der Kontrolle zunächst vermutet –, sondern wegen Betrugs.

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