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Frankreich und Großbritannien führen erstmals eine gemeinsame Nuklearübung durch

Das Vereinigte Königreich und die Republik Frankreich, beides Atommächte, haben erstmals ein gemeinsames militärisches Manöver zur Simulation eines Atomwaffenangriffs durchgeführt. Die nukleare Übung ohne echte Atomwaffen firmierte unter dem Codenamen "Rummy".
Frankreich und Großbritannien führen erstmals eine gemeinsame Nuklearübung durch© Catherine Vautrin/X

Das französische und das britische Verteidigungsministerium haben am Freitag eine Pressemitteilung bezüglich einer gemeinsamen Übung herausgegeben, die als historischer Schritt gewertet werden kann.

Demnach simulierten die britische und die französische Luftwaffe am 20. und 21. Oktober dieses Jahres unter dem Codenamen "Rummy" über dem Mittelmeer einen nuklearen Luftangriff. Typhoon-Kampfjets der britischen Luftstreitkräfte RAF beteiligten sich dabei an einer Nuklearübung der französischen Kampfflieger vom Typ Rafale. Echte Atomwaffen kamen nicht zum Einsatz.

Beide Regierungen betrachten die gemeinsame Übung als Umsetzung der Northwood-Vereinbarung vom Juli 2025. Damals hatten Großbritannien und Frankreich vereinbart, dass ihre Atomstreitkräfte zwar unabhängig bleiben, aber stärker miteinander kooperieren sollten.

Mit der nun erfolgten koordinierten Simulation eines Atomwaffenangriffs aus der Luft wollten beide Parteien laut Pressemitteilung ihre Einsatzbereitschaft und Fähigkeiten demonstrieren, Bedrohungen in einem zunehmend komplexen Sicherheitsumfeld abzuschrecken. Es handelte sich um die erste gemeinsame Übung dieser Art. Damit wollen die beiden Verbündeten sicherstellen, im Ernstfall schnell und vereint auf eine Bedrohung reagieren zu können.

Laut Auskunft der britischen Regierung startete der Scheinangriff vom französischen Luftwaffenstützpunkt Saint-Dizier. Französische Rafale-Kampfflugzeuge simulierten einen Angriff mit Atomwaffen. Typhoon-Kampfjets der britischen RAF eskortierten die französischen Atombomber. Auch Tankflugzeuge des A330 MRTT waren laut Mitteilung des französischen Generalstabschefs Fabien Mandon an der Übung beteiligt.

Großbritannien will in den kommenden Jahren seine Atomschlagfähigkeiten verstärken. Mit Ausgaben von 63 Milliarden britischen Pfund (etwa 75 Milliarden Euro) finanziert das frühere Großreich U-Boote der Dreadnought- und SSN-AUKUS-Klasse, einen neuen Sprengkopf und weitere, nicht näher bezeichnete Projekte im Nuklearbereich. Auch der Erwerb von zwölf F-35-A-Kampfjets ist vorgesehen.

Der britische Verteidigungsminister Wes Streeting sprach bezüglich der Übung "Rummy" von einem "neuen Kapitel in der nuklearen Verteidigungsbeziehung zwischen dem Vereinigten Königreich und Frankreich". Als europäische Atommächte trage man eine gemeinsame Verantwortung für die Sicherheit und Stabilität der euroatlantischen Region. Mit "Rummy" hätten beide Staaten ihre Entschlossenheit verdeutlicht, "angesichts neuer Bedrohungen gemeinsam vorzugehen". Den Ursprung der angeblichen Bedrohungen nannte Streeting nicht.

Seine französische Amtskollegin Catherine Vautrin erklärte: "Unabhängige Nuklearstreitkräfte schließen eine Koordination nicht aus. Unsere nukleare Zusammenarbeit mit dem Vereinigten Königreich vertieft sich stetig." Durch die Koordinierung der Nuklearstreitkräfte könnten beide Länder einen "noch bedeutenderen Beitrag zur Gesamtsicherheit des Bündnisses und zum Frieden und zur Stabilität des euro-atlantischen Raums leisten".

Auch Deutschland will sich in dieser Hinsicht engagieren. Wie Bundeskanzler Friedrich Merz im Juli 2026 bekannt gab, wird die Bundeswehr noch in diesem Jahr an einer atomaren Übung der französischen Streitkräfte teilnehmen. Der genaue Zeitpunkt ist der Öffentlichkeit unbekannt. Das deutsche Engagement soll indes laut Presseberichten im konventionellen Bereich bleiben, etwa durch Begleitschutz oder Luftbetankung der französischen Rafale-Atombomber.

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