
Medien: Trump und Rubio ziehen Entlassung von Botschafterin in Griechenland in Betracht

Kimberly Guilfoyle, die US-Botschafterin in Griechenland und ehemalige Verlobte von Donald Trump Junior, steht erneut im Zentrum eines aufkommenden Skandals. US-Präsident Donald Trump und sein Außenminister Marco Rubio prüfen derzeit, ob sie sie von ihrem Posten abberufen sollen. Vorausgegangen waren Berichte des Wall Street Journal über mutmaßliche finanzielle Unregelmäßigkeiten und fragwürdiges Verhalten in ihrer diplomatischen Funktion. Wie die Nachrichtenagentur Associated Press am 11. Oktober 2026 meldete, könnte noch in dieser Woche eine Entscheidung fallen.
Ein anonymer hochrangiger US-Regierungsvertreter teilte der AP mit, Trump und Rubio seien über diese Berichte "extrem verärgert". Rubio hatte Guilfoyle zunächst verteidigt und am Mittwoch erklärt:
"Unsere Botschafterin hat hier hervorragende Arbeit geleistet."
Die Vorwürfe werfen Fragen dazu auf, wie eine politische Fundraiserin ohne diplomatische Laufbahn an einen sensiblen Posten im auswärtigen Dienst gelangen konnte – und warum frühere Kontroversen um sie herum ihre Ernennung nicht verhindert haben.
Das WSJ begann noch Ende September dieses Jahres über Guilfoyles Verhalten zu berichten. Es ging darum, wie sie, bereits als Botschafterin eingesetzt, angeblich die Interessen eines griechischen Bau- und Energieunternehmens förderte und dessen Lobbyisten gestattete, sie zu privaten Treffen mit Regierungsvertretern zu begleiten.

Ein weiterer Bericht besagte, Guilfoyle habe einen griechischen Regierungsvertreter bedroht – unter anderem habe sie ihm angedeutet, die USA könnten die griechische Regierung untergraben. Konstantinos Kyranakis, ein hochrangiger Funktionär der griechischen Regierungspartei Neue Demokratie, der nach eigenen Angaben bei dem Gespräch anwesend war, wies diese Darstellung im Gespräch mit Journalisten der Zeitung Kathimerini entschieden zurück:
"Es gab keine Drohung gegen Griechenland."
Auch Guilfoyles Anwalt bestritt die Darstellung des WSJ.
Die brisantesten Vorwürfe kamen am 8. Oktober ans Licht – dem WSJ zufolge sei aus Textnachrichten hervorgegangen, dass Guilfoyle kurz vor ihrer Bestätigungsanhörung im Senat den Trump-Spender Eric Deters um 100.000 US-Dollar gebeten habe, um ihre American-Express-Rechnung zu begleichen.
Berichten des WSJ und des US-Senders CBS News zufolge soll Guilfoyle an Deters kommuniziertt haben:
"Es taucht nirgendwo auf, wenn du das Geld an American Express überweist. Schatz, bitte, ich brauche dich dafür – erledige das heute für mich."
Deters erklärte gegenüber dem CBS, er habe die Bitte als Gegenleistung für politische Unterstützung verstanden:
"Es war quid pro quo. Es besteht kein Zweifel daran, dass es sich um 'Pay-to-Play' handelte."
Sprich, es sei um die Gewährung von Vorteilen gegen Bezahlung gegangen. Er gab fürderhin an, Guilfoyle habe angeboten, ihm bei persönlichen Rechts- und Steuerangelegenheiten zu helfen und Kontakte zu Regierungsvertretern zu vermitteln. Er habe die Zahlung jedoch nicht geleistet. Gemäß einer weiteren veröffentlichten Nachricht soll Guilfoyle Deters dazu gedrängt haben, ihre geschäftlichen Absprachen nicht schriftlich festzuhalten und mit ihm stattdessen über die Anruffunktion des Messengerdienstes Signal zu kommunizieren:
"Eric, ich wünschte wirklich, du würdest aufhören, diese Dinge schriftlich zu dokumentieren. Das ist wirklich gefährlich und weder für dich noch für mich hilfreich; du könntest mich stattdessen einfach über Signal anrufen."
Zudem soll sie ihn gewarnt haben:
"Was für ein Albtraum! Du wirst mich buchstäblich meinen Botschafterposten kosten – hör auf zu schreiben."
Guilfoyles Anwalt, Jesse Binnall, bestritt die Echtheit der Nachrichten, machte dazu jedoch keine näheren Angaben.
Demokraten der Fraktion im US-Kongress haben eine Untersuchung zu dieser Sache gefordert. Die US-Nachrichtenagentur Associated Press berichtete am Sonntag hierüber, dass der Generalinspekteur des Außenministeriums den Sachverhalt prüfe, wenngleich der Status einer etwaigen offiziellen Untersuchung unklar blieb. Sollten die zuständigen Ermittler feststellen, dass Guilfoyle Forderungen nach einer geldlichen Bestechung im Austausch für Amtshandlungen stellte, könnten US-Bundesgesetze zur Bestechung oder andere Strafvorschriften zur Anwendung kommen. Verurteilungen wegen Bestechung auf Bundesebene können Haftstrafen von bis zu 15 Jahren nach sich ziehen. Die Anschuldigungen allein belegen jedoch noch nicht, dass eine entsprechende Straftat begangen wurde.
Bevor Guilfoyle als Fernsehpersönlichkeit bei Fox News und als prominente Spendensammlerin für Trump bekannt wurde, war sie als Staatsanwältin in Kalifornien tätig. Trump nominierte sie im Dezember 2024; der Senat bestätigte ihre Ernennung im September 2025 mit 51 zu 47 Stimmen. Medien (überwiegend dem Lager der US-Demokraten zuzuordnen) zufolge habe sie durch ihre Beziehung zu Trump Junior Zugang zum engsten Kreis des Präsidenten erhalten und sei zu einer wichtigen Spendensammlerin sowie Vertreterin im Wahlkampf avanciert. Botschafter müssen nach US-Gesetzen keine diplomatische Laufbahn vorweisen; so konnte Trump wiederholt politische Verbündete auf diese Posten berufen.
Guilfoyles Ernennung ging anderen Vorfällen voraus, die seinerzeit ebenfalls für erhebliches Aufsehen sorgten. Im Jahr 2018 musste sie Fox News verlassen, nachdem eine interne Untersuchung Vorwürfe wegen Fehlverhaltens am Arbeitsplatz ergeben hatte. Im Jahr 2020 berichtete The New Yorker, eine ehemalige Assistentin habe Guilfoyle der sexuellen Belästigung sowie des Versuchs bezichtigt, ihr Schweigen über diese Belästigung zu erkaufen. Fox News zahlte der Assistentin Berichten zufolge mehr als 4 Millionen US-Dollar zur Beilegung ihrer Ansprüche. Guilfoyle wies diese Vorwürfe zurück; diese Einigung stellte jedoch keinerlei gerichtliche Feststellung darüber dar, ob die Anschuldigungen der Wahrheit entsprachen oder nicht.
Die aktuellen Vorwürfe stellen die US-Regierung vor eine andere Frage: ob eine Botschafterin ihre Position genutzt hat, um sich persönliche finanzielle Vorteile zu verschaffen. Guilfoyle wurde bisher keines Vergehens für schuldig befunden. Doch die bisher veröffentlichten Nachrichten und andere Berichte haben erneut Zweifel an ihrer Eignung für das Amt – sowie an der Entscheidung der Regierung, sie zu ernennen – aufkommen lassen.
Mehr zum Thema – Gold: Die Finanzspekulationen der USA bereichern Großbritannien
Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.
