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Drohnenproduktion: Lettland und die Ukraine planen Werk nahe russischer Grenze

Die Regierungen Lettlands und der Ukraine bauen ihre militärische Zusammenarbeit weiter aus. Geplant sind ein gemeinsames Drohnenwerk im Grenzgebiet zu Russland und Weißrussland sowie der Ausbau der lettischen Drohnenabwehr mit ukrainischer Unterstützung.
Drohnenproduktion: Lettland und die Ukraine planen Werk nahe russischer Grenze© Urheberrechtlich geschützt

Lettland und die Ukraine wollen ein gemeinsames Werk zur Drohnenproduktion nahe der Grenze Lettlands zu Russland und Weißrussland errichten. Dies erklärte der lettische Ministerpräsident Andris Kulbergs nach einer Sondersitzung der Regierung in der lettischen Region Lettgallen, wie die Nachrichtenportale LSM und Delfi berichten.

Nach Angaben des Regierungschefs soll das Vorhaben einerseits die wirtschaftliche Entwicklung der Grenzregion fördern und neue Arbeitsplätze schaffen. Andererseits werde die Lage des Werks es ermöglichen, im Falle möglicher Bedrohungen Abfangdrohnen schnell einzusetzen und so die Reaktionsfähigkeit der Grenzsicherung zu verbessern.

Kulbergs kündigte außerdem an, dass bereits im Juli oder August ein Drohnenabwehrsystem an der Grenze stationiert werden soll. Dadurch müssten die Luftstreitkräfte nicht mehr auf jede einzelne Bedrohung durch Drohnen reagieren. Der lettische Verteidigungsminister Raivis Melnis besuchte bereits einen Luftverteidigungsposten nahe der Grenze, wo in Lettland entwickelte Systeme zum Abfangen von Drohnen stationiert sind. Derartige Stützpunkte sollen künftig entlang der gesamten Grenze zu Russland und Weißrussland eingerichtet werden.

Anfang Juni hatten Riga und Kiew ein auf zehn Jahre angelegtes Abkommen über eine umfassende Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich unterzeichnet. Es sieht unter anderem vor, dass Lettland von den ukrainischen Erfahrungen bei der Abwehr von Drohnenangriffen profitiert und seine Fähigkeiten im Bereich der Drohnenabwehr ausbaut. Nach Angaben von Delfi soll Lettland in den ersten beiden Jahren der Zusammenarbeit Mittel in Höhe von mindestens fünf Prozent des für 2027 vorgesehenen Verteidigungshaushalts – rund 110 Millionen Euro – bereitstellen. Die Ukraine wiederum soll den Export von Verteidigungsgütern für die lettischen Streitkräfte unterstützen.

Bereits am 20. Mai hatte der russische UN-Botschafter Wassili Nebensja erklärt, russischen Geheimdienstinformationen zufolge plane die Ukraine, Drohnen künftig auch vom Territorium der baltischen Staaten aus zu starten. Kiew wolle sich demnach nicht länger auf die Nutzung der von den baltischen Staaten bereitgestellten Luftkorridore beschränken.

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