
CSD-Amokfahrer wurde erschossen

Bei einem Polizeieinsatz in einer Spandauer Kleingartenanlage soll der mutmaßliche Täter des Anschlags auf den Berliner CSD erschossen worden sein, berichtet der RBB. Dort soll der Vater des Verdächtigen einen Kleingarten besitzen.
Es soll zu einem Schusswechsel mit Polizeibeamten des SEK gekommen sein. Innensenatorin Iris Pranger (SPD) dankte bereits der Polizei. "Ich bin den Sicherheitsbehörden dafür dankbar, dass der Attentäter so schnell aufgefunden wurde. Das ist eine großartige Leistung."
Inzwischen gibt es eine Stellungnahme der Berliner Polizei:
Gegen 18 Uhr konnte der Tatverdächtige des gestrigen Anschlags im Großen Tiergarten in einer Kleingartenanlage in #Spandau lokalisiert werden. Nach bisherigen Erkenntnissen soll er mit einer Stichwaffe auf unsere Einsatzkräfte zugelaufen sein, daraufhin kam es zum polizeilichen… pic.twitter.com/ncslEZom7N
— Polizei Berlin (@polizeiberlin) July 26, 2026
Seit gestern war nach Abdul Ballout gefahndet worden; bis Sonntagnachmittag waren bereits fast 300 Hinweise eingegangen. Unterdessen war auch bekannt geworden, dass B., der sich dem IS angeschlossen haben soll, erst im Mai aus der Untersuchungshaft entlassen wurde. Zwar war er verurteilt worden, die Staatsanwaltschaft ging jedoch in Berufung, um ein höheres Strafmaß zu erreichen, wodurch die Haftdauer für die Untersuchungshaft zu lang geworden wäre.

Zuvor war er aus Deutschland in den Libanon gereist, um sich in Syrien dem IS anzuschließen, war aber dann aus dem Libanon wieder nach Deutschland abgeschoben worden. Er ist in Deutschland geboren und besitzt die deutsche Staatsbürgerschaft, ist aber libanesischer Abstammung. Er war bereits wegen Körperverletzung und wegen Raubes mit dem Gesetz in Konflikt geraten.
Am Montag hätte der 21-Jährige einen Gesprächstermin im Rahmen eines Deradikalisierungsprogramms gehabt. Das war die Auflage für seine Entlassung aus der Untersuchungshaft.
Ballout war am Rande des CSD in Berlin mit einem weißen Citroen-Kleinbus in die Menge gefahren; dabei wurde eine Frau getötet und 16 weitere Personen wurden verletzt, von denen sich keine mehr in Lebensgefahr befindet. Danach versuchte er mit dem Fahrzeug zu fliehen, fuhr aber gegen einen Baum und flüchtete zu Fuß weiter.
Erst am Nachmittag hatte die Bundesanwaltschaft erklärt, die Ermittlungen zu übernehmen. Noch ist die Frage offen, ob Abdul Ballout die Tat allein durchgeführt hat. Aktuell ist noch eine von drei im Rahmen der Fahndungen festgenommenen Personen in Gewahrsam. Es soll sich dabei um einen ausreisepflichtigen Iraner handeln. Sollte sich diese Theorie aber zerschlagen, könnte das ein weiterer Terroranschlag in Berlin werden, bei dem es nie zu einer Gerichtsverhandlung kommt.
Der Moderator des CSD, Jochen Schropp, meldete sich währenddessen mit einer Stellungnahme, die bereits erkennen lässt, wie sich die offiziellen Reaktionen entwickeln dürften:
"Sollte sich der mutmaßlich islamistische Hintergrund der Tat bestätigen, fürchte ich, dass dieser Anschlag politisch instrumentalisiert wird und am Ende ausgerechnet denjenigen Kräften zugutekommt, die selbst gegen queere Rechte arbeiten und unsere demokratischen Werte infrage stellen."
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