Deutschland

Wegen "Putin-Sympathien": Palantir-Chef Alex Karp würde nicht die AfD wählen

Im Interview von Alex Karp mit dem Chef des Axel-Springer-Konzerns, Mathias Döpfner, äußerte der Palantir-CEO deutliche Kritik am außenpolitischen Kurs der AfD. Die Positionen zu Russland und China nannte er als Grund dafür, die AfD persönlich für unwählbar zu halten.
Wegen "Putin-Sympathien": Palantir-Chef Alex Karp würde nicht die AfD wählen© Screenshot: YT/MDMeets

Alex Karp, Vorstandsvorsitzender des weltweit agierenden Datenanalyseunternehmens Palantir, stellte sich den Fragen von Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner. Zum "Aufstieg extremer Parteien" erläuterte Karp, diese Entwicklung sei seit Jahren "absolut vorhersehbar" gewesen. Eine fehlende Debattenkultur in Deutschland habe ebenfalls zur Stärke der AfD beigetragen. Diese sei für ihn jedoch grundsätzlich nicht wählbar, da er kein Interesse daran habe, "eine Partei zu unterstützen, die Putin gegenüber große Sympathien hat", so der erklärte Ukraine-Unterstützer.

Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender von Axel Springer, präsentierte zu Wochenbeginn die jüngste Ausgabe seines Podcastformats MD MEETS. Im Gespräch mit Alex Karp wurden die Themen Künstliche Intelligenz, Geopolitik sowie die politische Situation in Deutschland angesprochen. Laut Podcast-Anmoderation sei "KI für die Verteidigung der Demokratien unverzichtbar". Palantir-Software wird bereits seit Jahren in Deutschland vor allem von Polizeibehörden der alten Bundesländer genutzt oder erprobt.

Mit Blick auf die aktuellen Veränderungen in der politischen Landschaft Deutschlands und den anhaltenden Aufstieg der AfD in Umfragen ist Karp der Ansicht, dass die wachsende Zustimmung für die Partei die tiefe Frustration der Bevölkerung über die Migration sowie die anhaltende wirtschaftliche Stagnation widerspiegele.

Karp kritisiert dabei "die deutsche Unfähigkeit, über offensichtliche Probleme zu sprechen". In Europa, insbesondere in Deutschland, herrsche eine "unerträglich schwierige und schmerzhafte Unfähigkeit", offensichtliche Tatsachen beim Namen zu nennen. Der Aufstieg der Alternative für Deutschland sei daher für den Palantir-Chef durchaus nachvollziehbar. Sein Problem mit der Partei liege jedoch in deren außenpolitischem Agieren und ihren entsprechenden Stellungnahmen.

Zu seiner Wahrnehmung des politischen Gesamtprofils der AfD erklärte Karp:

"Ich persönlich halte die AfD einfach nicht für eine Alternative, da sie in weiten Teilen der Partei von Natur aus prorussisch und prochinesisch ausgerichtet ist, ja sogar eine gewisse Toleranz gegenüber autoritären Kräften im kapitalistischen Lager zeigt und zudem in weiten Teilen antiamerikanisch ist."

Er würde daher selbst rein theoretisch der AfD niemals seine Stimme geben, da er "kein Interesse daran habe, eine Partei zu unterstützen, die Putin gegenüber große Sympathie hegt". Karp hegt dabei nachweislich allein aus expansorischen Gründen Sympathien für Kiew. Zuletzt traf er sich im Mai dieses Jahres mit Wladimir Selenskij, der auf X ankündigend mitteilte:

"Ein gutes Treffen mit dem Geschäftsführer von Palantir Technologies, Alex Karp. Schritt für Schritt bauen wir die Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Verteidigungssektor aus."

Die AfD sei "vor allem die Folge einer schwachen Führung in der Mitte des politischen Spektrums", ergänzte Döpfner. Dies bedeute jedoch nicht automatisch, dass sie "ein Konzept hat, das gut für Deutschland wäre".

Zur aus seiner Sicht verfehlten Migrationspolitik in Deutschland erklärte Karp, in den vergangenen Jahren seien nicht nur zahlreiche Migranten "ohne die Zustimmung der deutschen Bevölkerung" ins Land gelangt, sondern es habe auch "keine ehrliche Diskussion über die Folgen" gegeben. Dies spiegele sich nun in den Umfragewerten der AfD wider.

Besonders besorgt äußerte sich der US-Unternehmer über den aktuellen Zustand der deutschen Wirtschaft. "Die deutsche Tech-Branche müsste nach jedem historischen Maßstab eigentlich die Nummer zwei der Welt sein", so Karp. "Ehrlich gesagt war die deutsche Tech-Branche einmal die Nummer eins der Welt. Insofern sollte selbst Platz zwei vielleicht gar nicht das Ziel sein", führte er weiter aus.

Derzeit stehe die deutsche Tech-Branche jedoch nicht einmal auf der Bestenliste, so Karp. "Das größte deutsche Unternehmen nach Börsenwert ist, soweit ich weiß, Siemens – und Palantir ist deutlich mehr wert."

Abschließend erklärte Karp zur Firmenphilosophie und zu den Zielen seines Unternehmens, Palantir gebe den "Menschen Souveränität, ob sie nun daran glauben oder nicht, indem wir sie vor Terrorismus schützen und dabei ihre bürgerlichen Freiheiten wahren". Damit wandte er sich gegen die internationale Kritik und die anhaltenden Warnungen vor Palantir als marktdominanter und einflussreicher "Datenkrake".

Seine persönliche Motivation bestehe in der Absicht, so Karp wörtlich, "der Ukraine, Israel und Amerika dabei zu helfen, eine dominierende Stellung aufzubauen". Alex Karp war Anfang Juli zudem Panelgast beim Welt-Sicherheitsgipfel im Axel-Springer-Neubau in Berlin.

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