
Proteste in Frankreich: Behörden rechnen am Samstag mit bis zu 170.000 Teilnehmern

Die französischen Behörden erwarten, dass am Samstag landesweit bis zu 170.000 Menschen an Protesten gegen die steigenden Lebenshaltungskosten teilnehmen werden, berichtet die Zeitung Le Figaro unter Berufung auf eine informierte Quelle.
Die vorherigen größeren Proteste fanden in Frankreich am Donnerstag statt. Damals nahmen nach Angaben des Innenministeriums landesweit 575.000 Menschen daran teil, davon 65.000 in Paris. Der Gewerkschaftsbund CGT nannte andere Zahlen: 1,6 Millionen Menschen im ganzen Land und 350.000 in der Hauptstadt. Le Figaro schreibt:
"Nach Einschätzung der Behörden werden an den Demonstrationen im ganzen Land zwischen 130.000 und 170.000 Menschen teilnehmen, davon 60.000 in Paris."

Zuvor hatte der Fernsehsender BFMTV unter Berufung auf eine Quelle in den Sicherheitsbehörden berichtet, dass in der französischen Hauptstadt mit 40.000 bis 60.000 Teilnehmern gerechnet werde, was in etwa mit den Angaben der Quelle von Le Figaro übereinstimmt.
Am Samstag wird erwartet, dass sich in Frankreich die Demonstrationen gegen steigende Lebenshaltungskosten und die sinkende Kaufkraft der Bevölkerung fortsetzen. In Paris beginnt die von den Gewerkschaften organisierte Hauptdemonstration um 14 Uhr auf dem Place de la République und führt über den Boulevard Voltaire bis zum Place de la Nation. Gleichzeitig plant die Bewegung der "Gelbwesten" von 14 bis 19 Uhr eine Kundgebung auf dem Place de la Concorde, die von der Polizei untersagt wurde.
Die Proteste hatten in Frankreich Mitte September begonnen, als Oberstufenschüler in den Vororten von Paris auf die Straße gegangen waren und Verbesserungen an den Schulen gefordert hatten. Später schlossen sich ihnen Menschen an, die mit den steigenden Preisen im Land unzufrieden waren. Die Aktionen weiteten sich auch auf andere Regionen aus.
Die bislang größte landesweite Demonstration fand am 17. Oktober statt. Nach Angaben des Innenministeriums des Landes beteiligten sich daran rund 550.000 Menschen. Die französischen Sicherheitskräfte setzten gegen die Protestteilnehmer Tränengas, Blendgranaten und Wasserwerfer ein.
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