Europa

Tschechischer Rüstungskonzern nimmt Fabriken aus der Zeit des Kalten Krieges wieder in Betrieb

Ein tschechischer Rüstungskonzern wird mit dem Ausbau seiner Produktion beginnen, um die Kontrolle über alle wichtigen Komponenten für die Munitionsherstellung zu sichern. Zu diesem Zweck werden stillgelegte Werke aus der Zeit des Kalten Krieges wiedereröffnet.
Tschechischer Rüstungskonzern nimmt Fabriken aus der Zeit des Kalten Krieges wieder in BetriebQuelle: TASS © Sipa USA / SOPA Images

Die Czechoslovak Group (CSG), eine führende europäische Industrie- und Rüstungsholding, will ihre Produktion ausbauen. Wie Jan Hamáček, CSG-Direktor für Außenbeziehungen, gegenüber der Publikation Rappourter erklärte, werde man sich dabei auf die Produktion chemischer Stoffe konzentrieren.

Im Einzelnen habe die CSG damit begonnen, stillgelegte Werke wieder in Betrieb zu nehmen, die nach dem Kalten Krieg geschlossen worden waren. Der tschechische Konzern beabsichtigt demnach, gemeinsam mit dem Rüstungsunternehmen Hellenic Defence Systems (EAS) die Herstellung von TNT in einem Werk im griechischen Lavrio wieder aufzunehmen. Der Produktionsstart ist für Anfang nächsten Jahres geplant.

Darüber hinaus soll ein Werk im deutschen Walsrode, das bisher Cellulosenitrat für zivile Zwecke hergestellt hat, auf Rüstungsproduktion umgestellt werden. Die CSG hat zudem ein Werk zur Herstellung von Sprengstoffen und anderen Energieträgern in Gnaschwitz erworben, wo das Unternehmen die Produktion von Nitroglycerin und darauf basierenden Produkten auszubauen plant.

Hamáček wies zudem darauf hin, dass die Holding die Kontrolle über alle kritischen Komponenten für die Herstellung europäischer Munition des 155-Millimeter-Kalibers zu sichern versuche. Im Ergebnis sollen erhebliche Produktionskapazitäten, etwa ein Drittel des europäischen Bedarfs, in Europa gewährleistet werden.

Im Juli hatte das Wall Street Journal (WSJ) über einen Mangel an TNT und Cellulosenitrat in Europa berichtet. In einem weiteren Bericht teilte das WSJ mit, dass die NATO-Staaten angesichts des Mangels an chemischen Komponenten mit der Umsetzung von mindestens 24 Projekten zur Ausweitung der Sprengstoffproduktion begonnen hätten.

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