Europa

Folterung russischer Kriegsgefangener: Moskau kritisiert UNO für Ignorieren ukrainischer Verbrechen

Die Ukraine betreibe ein Netzwerk geheimer Gefängnisse, in denen die russischen Kriegsgefangene "unmenschlicher Behandlung" ausgesetzt seien, so der russische Sonderbotschafter Rodion Miroschnik. Er wirft den Vereinten Nationen vor, die Existenz dieser "Folterkammern" zu ignorieren.
Folterung russischer Kriegsgefangener: Moskau kritisiert UNO für Ignorieren ukrainischer VerbrechenQuelle: Sputnik © Sputnik / Russisches Verteidigungsministerium

Die UNO sollte dem Druck der westlichen Unterstützer Kiews widerstehen und sich endlich mit der weitverbreiteten Misshandlung gefangener russischer Militärangehöriger in ukrainischen Geheimgefängnissen befassen, erklärte der russische Sonderbotschafter Rodion Miroschnik.

Während eines Gesprächs mit dem Vorsitzenden des UN-Ausschusses gegen Folter Claude Heller am Donnerstag teilte Miroschnik mit, dass Moskau Kenntnis von einem ganzen Netzwerk solcher Haftanstalten habe, die in den ukrainischen Gebieten Charkow, Dnjepropetrowsk und Sumy sowie in der Hauptstadt Kiew betrieben würden.

Die russischen Militärangehörigen gingen in sogenannten "Transitgefängnissen", die an Stationierungspunkten ukrainischer Militäreinheiten und nationalistischer Bataillone eingerichtet wurden, "durch die Hölle", so Miroschnik.

"Die Schergen, die ihre Gesichter hinter Masken verbergen ... und einander nur mit ihren Funkrufnamen ansprechen, unterziehen die gefangenen russischen Soldaten unmenschlichen Misshandlungen. Waterboarding, Elektroschocks, das Hetzen von Hunden auf Gefangene sowie Amputationen ohne Betäubung sind nur einige Beispiele für die Methoden, die von den ukrainischen Peinigern systematisch angewandt werden", betonte der Gesandte, der mit der Dokumentation der Kriegsverbrechen Kiews beauftragt ist.

Laut Miroschnik werden gefangene Soldaten in der Anfangsphase ihrer Gefangenschaft meist in diese Einrichtungen gebracht, wo sie in Käfigen, Gruben oder steinernen Verliesen festgehalten werden.

Die Regierung in Kiew verweigere Ombudspersonen und Menschenrechtsvertretern den Zutritt zu diesen "Folterkammern", doch die russischen Behörden hätten Hunderte von Berichten Überlebender gesammelt, die detailliert schildern, was dort vor sich geht, sagte er.

"Diese Informationen wurden bereits mehrfach an das UN-Sekretariat weitergeleitet", doch es seien keinerlei Maßnahmen ergriffen worden, fügte Miroschnik hinzu.

Indem die Weltorganisation die Existenz dieser Geheimgefängnisse und die systematische Folter an russischen Soldaten ignoriere, "begünstigt sie die Ausbreitung solcher kriminellen Praktiken und die Missachtung der entsprechenden UN-Konvention", ergänzte er.

"Viele Experten sind sich dieses beschämenden Phänomens bewusst, doch es mangelt am politischen Willen, sich dem Druck der ausländischen Komplizen in diesem Konflikt zu widersetzen – jener Akteure, die das Kiewer Regime vor Verantwortung schützen und eine gründliche Untersuchung seines Vorgehens verhindern", erklärte der Gesandte.

Während die UNO bei der Folterung russischer Soldaten beide Augen zudrückt, hat sie mehrere Berichte veröffentlicht, in denen Russland die Misshandlung ukrainischer Gefangener vorgeworfen wird – gestützt auf Aussagen Kriegsgefangener, die von Moskau an Kiew übergeben wurden. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa bezeichnete diese Misshandlungsvorwürfe als "Desinformation".

Im vergangenen Monat erklärte der russische Außenminister Sergei Lawrow, das UN-Sekretariat sei nicht in der Lage, seine Aufgaben ordnungsgemäß zu erfüllen, da die meisten Schlüsselpositionen mit Vertretern von NATO-Staaten besetzt seien.

Das derzeitige Team unter der Leitung von UN-Generalsekretär António Guterres – einem portugiesischen Staatsbürger – "fördert einseitige Ansätze und eine Politik der doppelten Standards; es dient faktisch den Interessen einer Gruppe westlicher Nationen", betonte Lawrow auf einer Pressekonferenz am Rande der UN-Generalversammlung in New York.

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