Europa

Griechenland: Erneut Reparationsforderungen gegen Deutschland

Griechenland bekräftigt seine Reparationsforderungen aus dem Zweiten Weltkrieg gegenüber der Bundesrepublik Deutschland. Anlässlich einer Gedenkfeier für die Opfer eines Wehrmachtmassakers erneuerte der griechische Staatspräsident Konstantinos Tasoulas entsprechende Entschädigungsansprüche.
Griechenland: Erneut Reparationsforderungen gegen Deutschland© GermanyinGreece/X

Der Zweite Weltkrieg ist 81 Jahre her, doch in den einst von der deutschen Wehrmacht besetzten Ländern ist die Besatzungszeit nicht vergessen. Immer wieder erheben Länder wie Italien, Polen und Griechenland die Forderung nach Reparationen, um die damals erlittenen materiellen Schäden und die Verluste an Menschenleben zu kompensieren. Im Falle Griechenlands geht es dabei um Summen im Milliardenumfang: Von 278 bis 341 Milliarden Euro ist die Rede.

Die Bundesrepublik Deutschland weist entsprechende Entschädigungsforderungen regelmäßig zurück und betrachtet die Reparationsfrage durch den Zwei-plus-Vier-Vertrag als rechtlich abgeschlossen. Die während des Zweiten Weltkriegs von der deutschen Besatzung betroffenen Länder sehen dies jedoch keineswegs so.

Dies zeigt eine am Sonntag gehaltene Rede des griechischen Staatspräsidenten Konstantinos Tasoulas. Laut Medienberichten sagte der griechische Staatsmann, die Reparationsansprüche seines Landes seien weiterhin "aktiv, rechtmäßig und nicht verjährt". Die Äußerungen fielen anlässlich der Gedenkfeier für die Opfer des Massakers von Lyngiades in Nordgriechenland.

In der kleinen Gemeinde Lyngiades (auch als Lingiades oder Ligiades transkribiert) nahe der Stadt Ioannina im nordwestgriechischen Bezirk Epirus hatte die Wehrmacht im Jahr 1943 ein Massaker an der Bevölkerung verübt. Den deutschen Gewalttaten in Lyngiades waren damals 88 Menschen zum Opfer gefallen, darunter zahlreiche Minderjährige.

Das zum Gebirgsjägerregiment 98 gehörende 79. Feldersatzbataillon ermordete in der Ortschaft 34 Kinder im Alter zwischen sechs Monaten und elf Jahren sowie halbwüchsige und erwachsene Dorfbewohner. Der hohe Anteil an Kindern unter den Opfern erklärt sich daraus, dass viele Erwachsene wegen der Walnuss-Ernte das Dorf verlassen hatten. Der Ort zählt heute zu den rund 90 Märtyrerdörfern in Griechenland.

Das Massaker der zur sogenannten "Edelweiß-Division" gehörenden Einheit wurde juristisch niemals geahndet. Der Gebirgstruppen-General Hubert Lanz wurde zwar im Nürnberger Geiselmord-Prozess zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt, nicht jedoch für die Ermordung der Dorfbewohner in Lyngiades. Lanz kam bereits im Jahr 1951 wieder frei und soll in späteren Jahren die FDP militärpolitisch beraten haben sowie für den Bundesnachrichtendienst tätig gewesen sein.

Auch zu einer Verurteilung anderer mutmaßlicher Tatbeteiligter kam es nicht. Die Münchner Staatsanwaltschaft stellte entsprechende Ermittlungen in den 60er-Jahren ein. Zum Teil wurden die für das Massaker verantwortlich gemachten Wehrmachtssoldaten für tot oder vermisst erklärt.

Anlass für die Bluttat im Jahr 1943 war ein Partisanenüberfall auf Oberstleutnant Josef Salminger, den Kommandeur des Gebirgs-Jäger-Regiments 98, einige Tage zuvor gewesen, der für diesen tödlich verlaufen war. Salminger wiederum war im Rahmen des "Unternehmens Salminger" für die "Bandenbekämpfung" im Raum Ioannina verantwortlich und soll durch eine Blankovollmacht für seine Untergebenen etwa das Massaker von Mousiotitsa verschuldet haben.

Im Jahr 2014 hatte sich der damalige Bundespräsident Joachim Gauck anlässlich eines Besuches in Lyngiades bei den Hinterbliebenen für das Wehrmachtsverbrechen entschuldigt. Damals war es auch zu Protesten gekommen, bei denen Opferangehörige und Überlebende der deutschen Besatzung Entschädigungen forderten.

Mehr zum Thema – SS-Massenmörder Siegling – Vor 50 Jahren in München freigesprochen, posthum in Minsk verurteilt

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.