
Kolumbien: Kommen gefährliche Kriminelle auf Gefängnisschiffe?

Nach Angaben der kolumbianischen Zeitung El Espectador arbeitet die Regierung des neuen Präsidenten Abelardo de La Espriella an einem Plan, dem organisierten Verbrechen einen spürbaren Schlag zu versetzen. Demnach wollen das Justiz- und das Verteidigungsministerium in Bogotá Kriegsschiffe zu Gefängnisschiffen umgestalten, auf die gefährliche Kriminelle, die selbst von ihren Haftzellen aus weiterhin Verbrechen begehen, befördert werden sollen. Das Ziel dieser Strategie, die den Namen REMAS trägt, ist es, die Kontakte der einsitzenden Bandenführer zur Außenwelt vollständig zu kappen.

In erster Linie geht es um die Bosse der großen Netzwerke, die mit Erpressung, Drogenhandel und illegalem Bergbau ihr Geld verdienen. Die Behörden in Bogotá sollen inzwischen eine Liste mit den ersten 40 Insassen dieser Gefängnisschiffe erstellt haben.
Wie das Blatt ferner schreibt, ist diese Strategie eigentlich kein Neuland für das südamerikanische Land. Unter Präsident Álvaro Uribe hatte man im Jahr 2007 die kriminellen Köpfe Carlos Mario Jiménez und Diego Fernando Montoya auf Fregatten der kolumbianischen Marine eingesperrt, damit sie ihre kriminellen Organisationen von der Haft aus nicht kontrollieren konnten.
Inzwischen gibt sich der seit Anfang August amtierende Staatschef De La Espriella entschlossen, der organisierten Kriminalität das Rückgrat zu brechen. Der rechte Politiker hat am Mittwochabend das Ende des "Totalen Friedens" beschlossen, welchen die Regierung seines linken Vorgängers Gustavo Petro durchgesetzt hatte. Zudem kündigte De La Espriella die Auslieferung von fünf Bandenführern an die USA an. Er habe keinen spürbaren Beitrag dieser Personen für den Frieden im Land feststellen können, daher werde es keine Verhandlungen geben, betonte der Präsident. Wer von Drogenhandel und Terrorismus nicht ablasse, müsse mit der geballten Schärfe der Justiz rechnen.
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