Das renovierte Moskauer Zentral-Hippodrom wurde nach mehrjähriger Rekonstruktion feierlich eröffnet. Angesichts seiner Geschichte ist das ein wichtiger Meilenstein. Das Hippodrom wurde ursprünglich bereits im Jahr 1834 unter Kaiser Nikolaus I. eröffnet, und in seinem äußeren Erscheinungsbild sind noch immer Details jener Epoche zu erkennen. Bereits zu Sowjetzeiten wurde es vom legendären Architekten Iwan Scholtowski modernisiert und im Stil des stalinistischen Empire neu erbaut – in Anlehnung an die italienische Renaissancearchitektur und den Palladianismus.
In den 2000er Jahren wäre die für die Moskauer so kultige Pferderennbahn beinahe verloren gegangen – zunächst wurde sie stückweise "wild" privatisiert, dann zweimal vor dem Abriss gerettet, da Bauträger an ihrer Stelle neue Hochhauswohnviertel errichten wollten. Den Moskauern gelang es jedoch, das Hippodrom zu retten, und im Jahr 2021 wurde mit einer groß angelegten Sanierung und Wiederherstellung begonnen. Die umfassende Sanierung, die die Restaurierung des Hauptgebäudes sowie den Bau eines Reitstadions und eines Reithofs umfasste, wurde vom Moskauer Stadtplanungskomplex durchgeführt. Vor Beginn der Arbeiten untersuchten die Fachleute Materialien aus dem Staatsarchiv Russlands, dem Staatlichen Architekturmuseum, Skizzen aus dem Atelier von Peter Clodt sowie historische Aufnahmen.
Im Zuge der Restaurierung gelang es sogar, die erstaunlichen Wandmalereien aus Iwan Scholtowskis Zeit wiederherzustellen – so sind beispielsweise die Decken der Tribünen an den Straßenseiten blassgelbe Betonflächen, die mit Ornamenten im Stil der Loggien von Raffael und des Goldenen Hauses Neros verziert sind, in die sowjetische Handwerker Motive aus dem Pferderennsport eingearbeitet haben. Wie die Zeitung The Art Newspaper berichtet, ermöglichten Archivdokumente die Umsetzung sogar von Scholtowskis nie verwirklichten Ideen. So hatte er an der Schräge der Seitenfassade des Gebäudes einen Brunnen geplant, doch es wurden lediglich das Flachrelief "Pferde an der Tränke" und der Sockel für den Brunnen errichtet. Die Restauratoren haben die Idee des Architekten zu Ende geführt. Und die sogenannte Zarenloge, die seinerzeit für die Mitglieder des Politbüros vorgesehen war, beeindruckt nun durch malerische Wandtafeln mit Darstellungen von Streitwagen und Reitern im pompösen Stil des sozialistischen Realismus. Auch die legendären Pferde, die die Dächer der Gebäude der Pferderennbahn schmückten, konnten erhalten und restauriert werden. The Art Newspaper berichtet:
"Ein Teil des vorrevolutionären Bauwerks ist erhalten geblieben (heute ist dies die linke Seite des Gebäudes). Ebenfalls gerettet wurden acht Bronzepferde, die im Jahr 1899 von Sergei Wolnuchin und Konstantin Clodt, dem Enkel des berühmten Bildhauers Peter Clodt, geschaffen wurden. Bei einem der Vierergespanne ist auch der Wagen erhalten geblieben – er steht nun in der Mitte der Hauptfassade. Das zweite Vierergespann, das seinen Kutscher verloren hatte, wurde auseinandergenommen, und die Pferde daraus stehen einzeln an den Ecken des Daches – an den Rändern des Portikus und am Sockel des Turms."
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