Washington: US-Luftstreitkräfte greifen Ziele auf der iranischen Insel Qeschm an

Die Trump-Administration hat deklarierte "Verteidigungsschläge" gegen mehrere iranische Ziele in der Straße von Hormus durchgeführt. Die Anordnung erfolgte aus dem Pentagon am Vorabend der heutigen US-Zwischenwahlen. Eine IRGC-Meldung seitens Teherans spricht von Drohnenangriffen.

Am 2. November haben US-Streitkräfte nach übereinstimmenden Medienberichten, unter anderem von der Nachrichtenagentur Reuters, "begrenzte Luftangriffe" auf iranische Ziele auf der Insel Qeschm (Qeshm Island) in der Straße von Hormus durchgeführt. US-Präsident Trump hatte zuvor mehrfach erklärt, vor den heute beginnenden Zwischenwahlen in den USA keine Angriffe auf Iran anordnen zu wollen.

Die USA haben am Montag die iranische Insel Qeschm "angegriffen", wie US-Beamte gegenüber Medienagenturen mitteilten. Die militärische Attacke sei demnach die "jüngste einer Reihe von begrenzten Angriffen, die Washington in den letzten Wochen heimlich gegen das Land durchgeführt hat", so das Wall Street Journal (WSJ).

Die als "begrenzte Verteidigungsschläge" gerechtfertigte Attacke wurde laut ungenannten Quellen "gegen iranische Ziele in der Nähe der Straße von Hormus durchgeführt", wie drei US-Beamte gegenüber dem Sender CBS News bestätigten. Das Onlineportal Axios berichtet, dass ein US-Kampfflugzeug gezielt "eine Stellung der Revolutionsgarde auf der Insel Qeschm attackiert" habe, nachdem von dort eine Rakete auf ein US-Flugzeug abgefeuert worden sei.

Ein hochrangiger US-Beamter bestätigte laut der Agentur Associated Press, die Angriffe seien angeordnet worden, nachdem zuvor iranisches Militär vor Ort "auf ein amerikanisches Flugzeug geschossen hatte".

Die Pentagon-Anordnung erfolgt nach jüngsten Äußerungen von Präsident Trump, in denen er die Möglichkeit einer Rückkehr zum Krieg mit Iran nach den Zwischenwahlen am Dienstag heruntergespielt hatte.

Die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna informierte darüber, dass auf der Insel "fünf Explosionen kurz hintereinander zu hören gewesen" seien. In der Meldung heißt es weiter, dass Marine-Einheiten der Armee US-Drohnen "im Rahmen einer Offensive sicher zum Absturz gebracht" haben. Nach Einschätzung der IRGC bestand die "US-Mission der Drohne darin, iranische Luftabwehrsysteme entlang der Küste des Persischen Golfs und über der Insel Qeschm zu identifizieren".

Das US-Verteidigungsministerium verwies nach gestrigen Medienanfragen zu den gemeldeten Angriffen an das zuständige US-Kommando CENTCOM, das laut Agenturmeldung auf eine entsprechende Anfrage der Nachrichtenagentur AFP "am späten Montag nicht reagierte".

Ungenannte US-Regierungsvertreter bezeichneten die jüngsten militärischen Aktionen gegenüber US-Medien demnach unisono "als defensiv". Sie dienten rein dazu, Iran daran "zu hindern, weiterhin ungehindert Handelsschiffe in der Straße von Hormus anzugreifen", so die Formulierungen.

Dem WSJ-Bericht zufolge seien die Militärschläge "in kleinerem Umfang ausgeführt und absichtlich geheim gehalten worden", um somit keine offensive Absicht zur Wiederaufnahme einer größeren Militäroperation gegen Iran zu signalisieren.

US-Präsident Trump erklärte erneut am vergangenen Wochenende gegenüber Journalisten, die USA hätten vermeintlich "einen Großteil des iranischen Militärs ausgeschaltet", müssten sich aber noch um "ein oder zwei Ziele kümmern".

Die stockenden Verhandlungen mit Teheran zur finalen Beilegung des Kriegskonflikts liefen nach Trumps Angaben demnach weiterhin "gut", seien aber wörtlich "nicht sehr zuverlässig".

US-Vizepräsident JD Vance hatte am Montag dazu erklärt, er habe mit Trump über die laufenden Verhandlungen mit Iran gesprochen. "Der Präsident und ich sind beide recht zuversichtlich, was die Aussichten auf eine mögliche Verhandlungslösung angeht", sagte Vance vor Journalisten.

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