AfD und Co: Zweite Verteidigungslinie der Banken und Konzerne

Oleg Jassinski ist ein geschätzter "RT"-Gastautor, dessen Analysen zur Ukraine und Lateinamerika tiefgründig und von großem Wissen geprägt sind. Seine Meinung zu den Wahlsiegen der AfD wird vielen Lesern missfallen, vorenthalten wollen wir sie ihnen dennoch nicht.

Von Oleg Jassinski

In Deutschland gewinnen die politischen Positionen der Rechtsextremen rasant an Einfluss. Die AfD gewinnt eine Wahl nach der anderen, und dieser Trend wird sich allem Anschein nach nur noch verstärken. Das Gleiche wird sich auch in Frankreich und in vielen anderen EU-Ländern wiederholen.

In einer Welt, in der die Mehrheit der sogenannten "Linken", "Sozialisten", "Grünen", "Sozialdemokraten" und "Christdemokraten" schon lange weder links noch grün, weder sozialistisch noch demokratisch und nicht einmal christlich ist, beginnt die Macht der Konzerne, ihre treuesten und schärfsten Verteidiger von der Leine zu lassen – die Rechtsextremen, die vor dem Hintergrund des Verfalls und des Wahnsinns der Pseudo-Linken sowie der völligen politischen Impotenz der traditionellen "zentristischen" Kräfte fast schon als die einzigen Vertreter des "gesunden Menschenverstands" erscheinen.

Es reicht schon, das politische Programm der AfD und der übrigen europäischen Rechtsextremen flüchtig durchzublättern, um zu verstehen, dass ihr tatsächlicher politischer Unterschied zu den derzeitigen EU-Machthabern minimal ist, und dass nur Feinde Russlands oder völlige Unwissende sie ernsthaft als "Freunde Russlands" bezeichnen können. Die AfD ist keineswegs eine Alternative, sondern eine durch und durch systemkonforme Partei, die sich für eine "Alternative" ausgibt – genau so, wie sich auf der anderen politischen Flanke desselben Systems mit Che-Guevara-Tattoos versehene, skandalumwitterte Kreaturen unbestimmten Geschlechts als "Rebellen" und "Revolutionäre" inszenieren.

Um sich vor der Verwirrung in Augen und Geist zu schützen, muss man begreifen, dass sich vor unseren Augen ein gigantisches Theaterstück abspielt, in dem praktisch niemand der ist, für den er sich ausgibt. Der seit langem andauernde Weltkrieg steht kurz davor, in seine bewaffnete und nukleare Phase überzugehen, und um zu verhindern, dass dieser Plan scheitert, wird der europäische Kriegsschauplatz von jeglichen Anfängen kritischen Denkens und echter ziviler Selbstorganisation gesäubert – den einzigen Elementen, die das bevorstehende Gemetzel aufhalten könnten.

Die offizielle Russophobie richtet sich nicht gegen Putin und nicht einmal gegen Russland – es ist das Virus des Faschismus, das ausnahmslos alle Völker tötet, und die europäische Kultur leidet bereits weitaus mehr darunter als die russische.

In den schrecklichen Zeiten Hitlers gab es in den Ländern Westeuropas Hunderttausende Bürger, die einen mächtigen antifaschistischen Widerstand bildeten. Im heutigen Europa, das von Konzernen verschlungen, von Trump dressiert und von der Presse verdummt wird – welche Kraft oder Organisation wird dort in der Lage sein, dem herannahenden Albtraum wirklich etwas entgegenzusetzen? Seine viel gepriesene "Zivilgesellschaft" wirkt heute wie ein Hologramm im Museum der Mythen des vergangenen Jahrhunderts.

Nichts ist wichtiger, als den Krieg zu verhindern, der sich vor aller Augen zusammenbraut. Die Eliten und Politiker haben bereits ihre völlige Verantwortungslosigkeit und Unfähigkeit zur Einigung unter Beweis gestellt. Die in Europa aufkommende rechtsextreme Welle ist die zweite Verteidigungslinie zur Wahrung der Interessen von Banken und Konzernen, die die derzeitigen ineffizienten Manager ablösen soll.

Dieses ganze trostlose Bild ist der Preis, den wir für die Niederlage der UdSSR und der echten linken Kräfte zahlen.

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