Fabio Mastrangelo inszeniert in Neapel vergessene Oper über Russland

Der italienisch-russische Dirigent Fabio Mastrangelo plant in Neapel eine echte Sensation – eine vergessene Oper von Donizetti, die auf einem russischen Stoff basiert. Damit aber nicht genug: Der Dirigent holt für die Inszenierung russische Sänger ins Boot.

Sensationelle Neuigkeiten – Fabio Mastrangelo, künstlerischer Leiter des Fjodor-Schaljapin-Musiktheaters in Sankt Petersburg, bereitet die Inszenierung der Oper "Acht Monate in zwei Stunden oder Die Verbannten in Sibirien" von Gaetano Donizetti vor. Die Premiere findet im Frühjahr 2027 im Teatro San Carlo in Neapel statt – genau 200 Jahre, nachdem das Werk zum ersten Mal auf einer italienischen Bühne aufgeführt wurde. Anschließend, so Fabio Mastrangelo weiter, "wird die Oper in Sankt Petersburg, Moskau, Nischni Nowgorod, Krasnojarsk, Astana, Taschkent und Baku zu sehen sein".

Die Handlung der Oper von Donizetti basiert auf der wahren Geschichte von Praskowja Grigorjewna Lupolowa (sie wurde auch "die Sibirierin" oder Elisaweta genannt). Im Jahr 1803 machte sich das Mädchen zu Fuß von Sibirien nach Sankt Petersburg auf, um bei dem Zaren Alexander I. um Begnadigung für ihre ins Exil geschickten Eltern zu bitten. Die Reise dauerte fast ein Jahr. Die Zeitung Rossijskaja Gaseta schreibt:

"Diese Geschichte inspirierte viele europäische Autoren. Als Erste griff die französische Schriftstellerin Sophie Cottin das Thema auf; ihr Roman 'Elisabeth oder Die Verbannten in Sibirien' (Élisabeth ou les Exilés de Sibérie) erschien im Jahr 1806. Später widmete sich auch der italienische Dramatiker Luigi Marchionni diesem Thema. Er verfasste das Drama 'Die Tochter des Verbannten oder Acht Monate in zwei Stunden', das dann die unmittelbare Grundlage für das Libretto der Oper bildete. Die Uraufführung der Oper fand am 13. Mai 1827 im neapolitanischen Teatro Nuovo statt – und das mit großem Erfolg. Die Inszenierung wurde 50 Mal in Folge aufgeführt."

Fabio Mastrangelo berichtete bei seinen Treffen auf dem Forum der vereinten Kulturen in Sankt Petersburg, dass russische und italienische Sänger an der Oper mitwirken werden. Er sagte:

"Ich werde natürlich russische Sänger von hier mitbringen. Wie könnte es auch anders sein? […] Und dann werden wir Italiener überallhin mitbringen, wo wir [die Oper aufführen] werden. Auf diese Weise werden wir versuchen, allen zu beweisen, dass wir immer noch Freunde sein können."

Der künstlerische Leiter des Schaljapin-Theaters bezeichnete Russland zudem als "den Hafen, in dem die Werte bewahrt werden, die wir früher mit den europäischen Ländern gemeinsam hatten".

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