Die Bielefelder Apothekerin Elisabeth Kutter verkündete in den sozialen Medien erhofft medienwirksam ihre persönliche Haltung zur AfD. Im Anschluss erfolgten auf die unmissverständlich ablehnenden Erklärungen in einem Video mehr als kontroverse Reaktionen, woraufhin laut dem Branchenportal apotheke adhoc (Bezahlschranke) nun sogar der Staatsschutz gegen vereinzelte Beiträge ermitteln würde. In einem Folgevideo beklagt die irritierte Anti-AfD-Apothekerin jetzt die "rechte Hetzkampagne".
Elisabeth Kutter habe "den Mut und macht ihre politische Haltung zur AfD öffentlich", so die Zusammenfassung lokaler Medien, rund um die Ereignisse einer Apotheke in Bielefeld. In dem viralen Video verkündet die Inhaberin demnach, "kein Geld mit Anhängern der rechtsextremen AfD verdienen" zu wollen.
Einleitend erklärte sie, dass es für sie persönlich "höchste Zeit" wäre, "den Menschen da draußen zu erklären, dass ich, an, mit, durch, die Menschen, die AfD wählen, oder mit ihr sympathisieren, in meinem Beruf, als selbstständige Apothekerin (…) kein Geld verdienen möchte". Im Rahmen des Videos nennt sie dabei explizit den Namen ihres Geschäfts samt Standort.
Jeder, der mit der AfD sympathisiere, die Partei "unterstützt, sie wählt: Bitte meide meine Apotheke, meide mein Team, meide mein Umfeld", so die laut Medien 60-Jährige in einem ihrer diversen themenbezogenen Instagram-Beiträge. Das Profil wurde mittlerweile "auf privat" gestellt. In einer weiteren Veröffentlichung bezeichnete sie AfD-Anhänger auf Facebook als "Vollpfosten".
Der Spiegel berichtet zur Causa "Ausladung", dass die "Panda Apotheke einem Shitstorm ausgesetzt ist". Aufgrund der breiten Reaktionen in den sozialen Medien, sah die kritisierte Apothekerin die Notwendigkeit, sich in einem weiteren Video zu erklären:
"Ich habe mit keinem Wort gesagt, dass ich euch verhungern lasse. Natürlich werdet ihr bedient. Natürlich bekommt ihr eure Medikamente. Ihr bekommt den gleichen, hervorragenden Service, den wir allen Kunden anbieten. Aber mögen tu ich euch trotzdem nicht. Ihr seid einfach nicht willkommen. Das ist alles. Kommt ihr damit klar, seid ihr schon groß, oder müsst ihr mir jetzt mit der Schippe eins über'n Kopp hauen?"
Der letzte Satz dieser Videomitteilung, wird dabei den Spiegel-Lesern vorenthalten.
Kutter berichtete dem Sender RTL mittlerweile von "Beleidigungen und Drohungen". In der Sendung RTL WEST gab sie zu Protokoll, dass demnach AfD-Sympathisanten "den ganzen Tag in ihrer Apotheke anrufen und sie beschimpfen" würden. Zudem sei ihre Apotheke im Internet in "Hitler Apotheke" umbenannt worden. Kutter schaltete deshalb die Polizei ein, die wiederum nun den Staatsschutz ermitteln lässt.
In Deutschland gilt hinsichtlich des kontrovers diskutierten Vorgehens der Apothekerin der sogenannte Kontrahierungszwang. Dieser besagt, dass Apotheken "alle Rezepte beliefern müssen, die von Patienten vorgelegt werden" (Apothekenbetriebsordnung: § 17 Abs. 4 ApBetrO).
Mitarbeiter seien dabei nur in Einzelfällen vom Kontrahierungszwang entbunden, zum Beispiel, "wenn ein Verdacht auf Arzneimittelmissbrauch oder Rezeptfälschung vorliegt". Angezweifelte politische Sympathien oder Parteizugehörigkeit werden in dem Paragraphen explizit nicht erwähnt.
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