In Europa sind in diesem Sommer nach Angaben der EU-Kommission mindestens 35.000 Menschen an den Folgen der Hitze gestorben, und diese Zahl könnte weiter steigen. Das erklärte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bei der Plenartagung des Europäischen Parlaments in Straßburg im Rahmen ihrer jährlichen Rede zur Lage der Union. Die Serie von Hitzewellen, die den Kontinent in diesem Jahr getroffen habe, bezeichnete von der Leyen als "Sommer der Wahrheit" und warnte, dies sei lediglich ein "Vorbote" noch höherer Temperaturen in der Zukunft. Sie erklärte:
"Wir brauchen bessere Frühwarnsysteme und eine bessere Krisenvorsorge im Gesundheitswesen. Wir müssen unsere Städte anpassen und kühlen."
Die Kommissionspräsidentin kündigte die Ausarbeitung eines europäischen Aktionsplans für künftige Hitzewellen sowie die Gründung einer Allianz für Klimaversicherungen an – derzeit decken private Versicherungen in Europa nur etwa 25 Prozent der Katastrophenschäden ab. Zudem soll eine neue Strategie zur Klimaresilienz entwickelt werden, in deren Rahmen die 100 am stärksten gefährdeten Regionen des Kontinents identifiziert werden sollen. Ihren Angaben zufolge sind in diesem Sommer in Europa rund 660.000 Hektar Land verbrannt und etwa zwölf Millionen Tonnen Ernteerträge verloren gegangen.
Am stärksten von der Hitze betroffen waren in diesem Sommer die drei größten EU-Staaten – Deutschland, Frankreich und Spanien –, in denen zusammen mehr als 25.000 Übersterblichkeitsfälle verzeichnet wurden, wie die britische Zeitung The Guardian zuvor berichtet hatte. In Deutschland war der Sommer der tödlichste seit Beginn der entsprechenden Aufzeichnungen, in Spanien wurde der bisherige Negativrekord aus dem Jahr 2022 übertroffen. Auch in Ungarn, Tschechien und Österreich wurden neue Hitzerekorde verzeichnet – im Juni kletterten die Temperaturen dort auf 40 bis 42 Grad.
Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, hatte Hitzestress bereits als "stillen Killer" bezeichnet und darauf hingewiesen, dass Wohnhäuser, Arbeitsplätze und Schulen in Europa nicht für solche Temperaturen ausgelegt seien.
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