Medienbericht: Ukraine wollte Moskauer Flughäfen mit KI-gesteuerten Drohnen überfluten

Laut einem Bericht von "The Atlantic" verfolgte Kiew den Plan, die Flughäfen in Moskau mittels KI-gesteuerter Drohnenschwärme dauerhaft lahm zu legen. Mit der Entlassung von Verteidigungsminister Michail Fjodorow vor einem Monat durch Selenskij seien die Vorbereitungen der Operation mit dem Codenamen "M&Ms" aber eingestellt worden.

Wie The Atlantic unter Berufung auf "zwei Quellen mit direkter Kenntnis des Plans" berichtet, unterbreiteten ukrainische Beamte Anfang des Jahres Präsident Wladimir Selenskij "einen riskanten neuen Plan zur Beendigung des Krieges mit Russland".

"Dieser sah eine Ausweitung der Luftangriffe auf Ziele und mit Waffensystemen vor, die die Ukraine bisher gemieden hatte. Zusätzlich zu den laufenden ukrainischen Angriffen auf russische Militärbasen, Ölraffinerien, Nachschubwege und Logistikzentren planten die Offiziellen, KI-gesteuerte Drohnen in großer Zahl auf Moskauer Flughäfen einzusetzen, um internationale Fluggesellschaften am Starten und Verlassen der russischen Hauptstadt zu hindern", schreibt das US-Magazin.

Sollte der Plan umgesetzt werden, würde er "einen erschreckenden Meilenstein in der Geschichte der Kriegsführung markieren: einen Angriff, bei dem Schwärme autonomer Drohnen mit KI-gestützten Leitsystemen ihre Ziele ohne menschliche Steuerung angreifen würden", so The Atlantic

Selenskij habe demnach zunächst "starke Bedenken" geäußert, weil er befürchtete, "dass ein Drohnenangriff auf ein ziviles Passagierflugzeug in Moskau als 'Piraterie' ausgelegt werden könnte, insbesondere wenn Passagiere, Flughafenpersonal oder Besatzungsmitglieder getötet oder verletzt würden."

Die Verantwortlichen des Plans hätten daraufhin Alternativen angeboten und beispielsweise vorgeschlagen, die Ukraine solle zivile Fluggesellschaften warnen, russische Flughäfen zu meiden und ihre Flugzeuge vor dem Eintreffen der ukrainischen Drohnen zu evakuieren. In seiner "Verzweiflung", ein "Druckmittel gegen Russland zu finden, das den Friedensprozess wiederbeleben könnte", habe Selenskij schließlich grünes Licht gegeben.

Mitte des Frühjahrs sei der Plan zum Angriff auf die Moskauer Flughäfen bereits so weit fortgeschritten gewesen, dass er einen Codenamen erhielt: M&Ms.

"Dieser Name bezieht sich auf die vielen kleinen, billigen und nahezu identischen Drohnen, die für die Mission benötigt würden. Um die russische Luftverteidigung zu überfordern, müssten laut einer mit dem Vorhaben vertrauten Quelle bis zu 1.000 Drohnen pro Nacht zu Flughäfen in und um Moskau geschickt werden", beschreibt The Atlantic die Operation.

Wie beide Quellen dem Magazin berichteten, sei die Planung der Operation im Juli gestoppt worden, als Selenskij den Drahtzieher, Verteidigungsminister Michail Fjodorow, abrupt entlassen habe. Zu Fjodorows Rolle schreibt The Atlantic:

"Als Architekt des ukrainischen Militärdrohnenprogramms hatte Fjodorow den Großteil des Jahres an dem Plan gearbeitet und ihn selbst vor einigen seiner engsten Mitarbeiter geheim gehalten. Er half beim Aufbau eines Teams ukrainischer Programmierer zur Entwicklung des KI-Leitsystems und sicherte die Finanzierung durch die europäischen Verbündeten der Ukraine für die Serienproduktion der autonomen Drohnen, so die beiden Quellen."

Eine mit der Operation vertraute Quelle äußerte gegenüber The Atlantic die Hoffnung, dass der neue Verteidigungsminister Jewgeni Chmara die Pläne weiterführen wird. "Wir werden es versuchen. "Technisch ist es möglich. Man kann dieses Projekt mit einem neuen Team wiederbeleben, aber das würde meiner Ansicht nach etwa drei Monate dauern", sagte der Informant.

Ein Sprecher von Präsident Selenskij lehnte eine Stellungnahme gegenüber dem US-Magazin ab. Ein anderer Beamter im Präsidialamt, der namentlich nicht genannt werden wollte, dementierte die Existenz eines Plans, Schwärme KI-gesteuerter Drohnen auf Moskauer Flughäfen einzusetzen und bezeichnete dies als "völligen Unsinn".

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